HUDDLE Nr. 05 vom 30.01.2003

Ein für allemal: Defense wins Championships

Tampa Bay Buccaneers dank Klasse-Abwehr Super-Bowl-Gewinner

Daran muss man sich erst einmal gewöhnen: Die Tampa Bay Buccaneers, ob ihrer Erfolglosigkeit bis Mitte der 90er Jahre die Lachnummer der NFL, sind Super Bowl Champions, nein, World Champions, wie man in den USA ganz unbescheiden sagt. Mit 48:21 fertigten sie die als Favorit ins Spiel gegangenen Oakland Raiders ab - soviel zu »Return to Glory« (Raiders-Slogan dieser Saison), den angeblich so »big bad Raiders« oder den 14 ehemaligen Super-Bowl-Gewinnern im Kader der »Silver and Black«. Dieser Abend in San Diego gehörte den Buccaneers, vor allem ihrer Abwehr, die im ersten Super-Bowl-Duell der besten Abwehr gegen den besten Angriff der Saison eindrucksvoll die alte Football-Faustregel bestätigte, dass der Angriff zwar Spiele gewinnt, die Abwehr aber Meisterschaften entscheidet.

 

Pleiten, Pech und Pannen

Buccaneers waren jahrelang die Lachnummer der NFL

Wieso gibt es in St. Petersburg (Florida) kein professionelles Football-Team? Antwort: Weil man im benachbarten Tampa dann neidisch werden würde und auch ein richtiges würde haben wollen... Solche und ähnliche Witze wurden noch Jahre nach der Gründung auf Kosten der Tampa Bay Buccaneers erzählt. Nach einem Vierteljahrhundert voller Pleiten, Pech und Pannen hat das Team aus Florida mit dem überzeugenden Sieg über die Oakland Raiders dieses Verlierer-Image nun aber abgelegt.

 

Ohne Ticket in San Diego

Super Bowl in der Hotelbar - für viele die einzige Chance

San Diego. Super Bowl XXXVII. Über 100.000 Fans sind hier, um die großartige Atmosphäre dieses in der Welt einzigartigen Sporterlebnis vor Ort mitzuerleben. Jeder hätte gern ein Ticket. Doch woher nehmen? Es gibt keinen freien Verkauf. Entweder man ist Besitzer eines NFL-Teams, ist Sponsor, ist ein ehemaliger NFL-Spieler, ein geladener Gast oder ein Politiker. Selbst die bekommen die Karten nicht geschenkt. So kaufte sich der Bürgermeister von San Diego, um von vornherein Vorteilsvorwürfen zu entgehen, sieben Karten zum regulären Ticketpreis zu je 500 US-Dollar.

 

Sehen und gesehen werden

Die Prominenz zeigt sich beim Super Bowl

Ein Abendessen mit anschließendem Konzert von Bon Jovi gefällig? Aber bitte sehr. Für 750 Dollar kein Problem. Oder ein Wohltätigkeitsessen mit früheren und jetzigen NFL-Größen? Wer wird denn da noch zögern, auch wenn der Spaß 1.000 Dollar kostet? Die Super-Bowl-Woche in San Diego - das reinste Promi-Vergnügen. Falls man genug Mäuse in der Tasche hat - oder sich selbst mehr oder weniger zu den Prominenten zählt. Dann nämlich ist hier nichts unmöglich.

 

Shakehands mit Jerry Rice

Ein Ticket - und man braucht sich den Weg nicht mehr frei zu tackeln

Kennen Sie die Oscar-Verleihung in Hollywood? Und vor allem die Szenen, wenn nach den oft sehr bewegenden Momenten die Schauspieler mit ihren goldenen Statuen zu den zahlreichen Partys aufbrechen. Wie oft wünscht man sich, unter den Prominenten zu sein, um mit ihnen auf ihre Erfolge anzustoßen? Nun, beim Super Bowl ist es ähnlich. Tausende würden ihr letztes Hemd geben, um auf eine der Feiern der Spieler zu kommen. Der Run der Fans auf die Tickets ist schneller und explosiver als jeder einzelne Touchdown-Lauf von Jerome Bettis und seinen Kollegen. Die HUDDLE-Crew bekam die einzigartige Möglichkeit, beim EA-Sports-Madden-Bowl zu Gast zu sein. Vor dem Super Bowl in San Diego lieferten sich 30 NFL-Stars ein Matchup auf der Play-Station 2.

 

Ein Schritt nach vorn

Turniersieger USA stand gegen Europa am Rand der Niederlage

Enttäuschung stand in ihren Gesichtern geschrieben, nachdem die europäische Junioren-Auswahl das Spiel um Bronze nach hartem Kampf gegen Mexiko mit 5:10 verloren hatte und sich mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben musste. Zuvor hatten beide Teams Japan am Endrundentag sicher bezwungen. Sieger wurde in der siebten Auflage der Global Junior Championship die USA, die Kanada mit 28:21 nach Verlängerung bezwang und damit das Turnier zum dritten Mal in Folge gewann.

 

Aussicht auf Ruhm und Reichtum zu verlockend

Zahlreiche College-Stars zieht es vorzeitig in die NFL

Am 15. Januar endete die Frist, in der sich Spieler, die noch im College Football spielberechtigt wären, für die NFL Draft im April anmelden konnten. Insgesamt 40 dieser so genannten »Underclassmen« zieht es in diesem Jahr vorzeitig zu den Profis. Dieser Schritt ist riskant. Seit die NFL Underclassmen zur Draft zulässt (1990) hat sich für die Masse dieser Spieler der Traum vom großen Geld nicht erfüllt. Aber der Traum vom Multi-Millionen-Dollar-Vertrag ist einfach zu verlockend, und auch der Erfolg des letztjährigen Underclassmen-Jahrgangs mag den einen oder anderen der diesjährigen College-Frühaussteiger zu diesem Schritt ermuntert haben.

 

Hessenmeister aus Thüringen

Im zweiten Anlauf gelingt der Regionalligaaufstieg

Neu in der Regionalliga sind dieses Jahr die Jena Hanfrieds. Sie besiegten als ungeschlagener Meister der Ostdivision der Oberliga Hessen/Thüringen/Saarland/Rheinland-Pfalz die Nauheim Wild Boys (Meister der Westgruppe) im Aufstiegsspiel mit 33:7 und konnten so eine komplette Saison unbesiegt bleiben. Seit 1993 gibt es den Verein, dessen größter Erfolg der in der letzten Saison erreichte Aufstieg ist, der aber erst seit der Saison 2000 im hessischen Landesverband angesiedelt ist.

 

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